Anja
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Beiträge: 9
Registriert seit: 24-8-2008
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Verfasst am: 24-8-2008 um 12:16 |
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Sohn gebissen, was nun?????
Unser Billy ist jetzt 15 Monate, sehr lebhaft, in der Hundeschule sagen sie, er wäre eine besondere Herausforderung für alle. Er hört eigentlich nur
auf mich und meinen Mann. Unser jüngster Sohn ( 14 J. ) mag ihn sehr, aber Billy nimmt ihn nicht ernst. Jetzt waren mein Mann u. ich über Nacht weg
und mussten die Kinder mit Billy allein lassen. Unser Billy klaut immer gern Sachen und gibt sie dann nicht mehr her. Nach so einem Streit hat er
unserem Sohn in den Arm gebissen. Wie verhält man sich nach so einem Vorfall? Mir geht es jedenfalls nicht gut.
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Deargi
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Verfasst am: 24-8-2008 um 13:42 |
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Hallo Anja,
Es ist natürlich schwierig die Ursache zu finden, wieso der Hund geschnappt hat, wenn Du die genaue Situation nicht kennst. Terrier sind mit unter
sehr besitzergreifend und verteidigen einmal "angeeignetes" teilweise wehement. Weiterhin ist Mundraub unter Hunden tabu, deswegen ist eine
frühzeitige positive Konditionierung auf AUS sehr wichtig. Nicht nur um den Hund, vor sich selbst zu schützen, z.b. bei der Aufnahme von Steinen oder
anderen gefährlichen Dingen, sondern auch um die menschlichen Rudelmitglieder vor solchen "Unfällen" zu bewahren.
Dein Sohn wird in dem Alter noch vom Hund als Jungspund eingestuft, d.h. euer Welsh hat mit seinen 15 Monaten als "älterer" das Recht "jüngere" zu
disziplinieren. Er beansprucht seine Beute für sich, und warnt wenn ihm einer zu nahe an sein Eigentum geht. Wird diese Warnung ignoriert, erfolgt die
Disziplinarmaßnahme: Abschnappen/Drohschnappen. Wird dieses weiterhin irgnoriert, wird der Hund mit unter deutlicher, er knappt oder zwickt. Ein Hund
ist ein Tier, welches seine eigene Sprache hat und wo es zwischen Mensch und Tier immer wieder zu Missverständnissen kommt!
Wichtig ist erst einmal alles wegzuräumen, was den Hund dazu veranlassen könnte, einen Gegenstand (Spielzeug, Socken, Kauknochen) zu verteidigen. Dem
Hund muss seine Position im Rudel klar sein und ihr müsst euren Sohn in dieser Situation unterstützen, da er auf Grund des alters noch nicht als
ranghöher eingeordnet wird und sich Billy dementsprechend nicht an ihm orientieren wird.
Billy soll lernen, es macht Spaß auf euren Sohn zu hören, es ist positiv für mich, wenn ich mache, was euer Sohn sagt.
Arbeitet am Grundgehorsam, mit viel Lob und Konsequenz, das is das A und O. Gebt eurem Sohn die Leine in die Hand und steht im unterstützend zur
Seite, so lkann sich euer Sohn Respekt von Billy erarbeiten.
Als zweite mögliche Ursache kommen Schmerzen des Hundes in frage. Vielleicht streichelt dein Sohn Billy an einer bestimmten Stelle und er hat dort
Schmerzen. Dann schnappt fast jeder Hund. Das sollte ebenfalls abgeklärt werden. Und wenn gesundheitlich nix fehlt, geh zum Hundetrainer. Ein
Hundetrainer hilft vielleicht nicht immer. Aber es kann zumindest insoweit helfen, dass man seinen eigenen Hund besser kennen lernt und sein eigenes
Wissen über Caniden aufbessert oder auffrischt oder gar erst aufbaut.
LG
Sandra
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Anja
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Verfasst am: 24-8-2008 um 14:15 |
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Hallo Sandra,
vielen Dank für Deinen Beitrag, das tut gut mal eine Meinung von jemandem zu hören, der auch einen Welsh hat. Die Anregung unseren Sohn zu
unterstützen, ist sehr hilfreich. Das ist ein ewiger Kreislauf, dadurch das Billy so eigen ist, auch öfters in die Leine beißt, geht unser Sohn nicht
mit ihm. Deswegen nimmt Billy ihn wohl auch nicht ernst. Wir werden jetzt mal intensiv daran arbeiten.
LG
Anja
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Deargi
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Verfasst am: 24-8-2008 um 14:38 |
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Charakterisier uns deinen Billy doch mal näher, sein Verhalten in bestimmten Situationen, etc. Ich denke nämlich, dass er bei deinem Sohn deutlich das
Ruder in der Hand hat...
LG
Sandra
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Tomy
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Verfasst am: 24-8-2008 um 14:45 |
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Hallo im Forum
1. wenn ein Hund, in dem fall ein Welsh-terrier beißt, gibts mehr als nur blaue Flecke, meine Ilka (jetzt fast 10 Jahre) hat mir vor 4 Jahren einen
Finger in Bruchteilen von Sekunden komplett durchgebissen (das allerdings im Kampf mit einem Airedale, den sie nicht nur zurechtweisen wollte)
2. Kinder und Jugendliche neigen oft dazu Hunde auch unbewusst zu reitzen in dem sie zeckeln, Arme hochreisen oder schreinen! (die genaue Ausgangslage
ist also ungewiss)
3. Wenn schon euer Sohn sich aus dem Rudel auskliedert, z.b. bei Gassi-Gehen, sieht ein Hund ihn NIE als Familienmitglied an, nochdazu da so auch NIE
eine Bindung entstehen kann!
4. Angstschweiß, den wir Menschen nicht riechen können, nehmen Hunde auf, und wirken dann noch bedrohlicher!
5. wie sandra geschrieben hat, muss der Hund eine klare Position im Rudel zugeteilt bekommen, ganz unten, unter jedem Menschen im Rudel, dazu muss
aber auch jeder im Rudel mit dem Hund umgehen können und ihn handeln können!
6. Hunde lernen nicht duch Bestrafung oder lautes Schreien, sondern durch Lob und Bestätigung (zumindest 100erte male schneller), auch das hat Sandra
schon geschrieben!
Der Hund muss sich in eurerer Mitte wohl fühlen und zufrieden sein, das bedeutet den Ausgleich von Ruhe, Fressen, angemessenem Schlafplatz zu
Bewegung, Kopf- & Nasenarbeit. Je mehr man mit ihm "anstellt", um so enger wird die Bindung!
Testen kann man das z.b. mit Fressen geben und reichen incl. wegnehmen, auf den Tisch stellen und kämmen incl. gegen den Strich!

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Max11
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Motto: ohne Terrier geht gar nichts
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Verfasst am: 25-8-2008 um 07:13 |
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hallo Sandra !
Schau bitte mal in deine U2
Gruß Uschi
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Tomy
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Verfasst am: 25-8-2008 um 07:30 |
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Mit Bindung, geht ja auch anders!
Colorado (jetzt: Bruno) 10 Monate, Lisa-Marie, 3. Klasse und Pappa Jörg
Tomy hat dieses Bild als Anhang hinzugefügt:
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Anja
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Beiträge: 9
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Verfasst am: 25-8-2008 um 08:58 |
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Hallo,
die Fotos sind herrlich. Unser Billy ist auch für jeden Quatsch zu haben. Der bringt uns seine Kuscheltiere und dann möchte er toben.
Ist es möglich, dass Billy in die zweite Flegelphase Kommt? Denn auch bei mir und meinem Mann hat er es zur Zeit nicht so mit dem hören.
Heute morgen z.B. beim Spaziergang habe ich ihn losgemacht, weil er mit seiner befreundeten Hündin getobt hat. Dann kamen wir unter einem Birnenbaum
vorbei und für Billy gab es nur noch Birnen. Aus war es mit dem gehorchen. Da hatten wir zu schaffen, ihn wieder anzuleinen.
LG
Anja
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Tomy
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Verfasst am: 25-8-2008 um 11:12 |
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Ja, das macht mein Billy auch ab und an mal! ist aber bei ihm weniger ein "Machtkampf", als mehr eine Spielerei! Tja, 15 Monate, ein schwieriges
Alter!
Man muss die Situation GENAU sehen!
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Deargi
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Verfasst am: 25-8-2008 um 15:14 |
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Den Machtkampf um das Mitspracherecht in der Rudelführung werdet ihr bei einem Terrier immer haben. Mit zunehmendem Alter, wird das ganze aber immer
seltener geschehen.
Versucht er euch zu ignorieren, müsst ihr dem deutlich und konsequent entgegen wirken. Gebt ihm nicht die Chance, euch zu irgnorieren und dann am Ende
noch durch Selbstnbelohnedes Verhalten Erfolge einzufahren. Solche Verhaltensweisen müssen abgesichert werden, bis sie so sitzen, wie sie sollen.
Mit 15 Monaten meist bis 2 Jahre ist jetzt die richtige Zeit für den Feinschliff, d.h. ihr fordert nicht nur den Grundgehorsam ein, sondern achtet
auch darauf, dass die Kommandos sauber ausgeführt werden. Bie HIER kommt er nicht etwa nur her und schaut sich dann die schöne Landschaft an - nein,
er sitzt vor und die Aufmerksamkeit ist auf euch gerichtet.
Arbeitet mit viel Lob und versucht unerwüschte Erfolgserlebnisse (bsp. ihr ruft den Hund ab und er rennt trotzdem zu seiner Freundin) zu vermeiden.
Versucht gewisse Regeln und Rituale in die Erziehung zu bringen, dass macht es um einiges leichter und zwar für beide HF und Hund! Bsp. den Hund vor
jedem ableinen absetzen und mit einem Auflösungskomando freigeben, Belohnung ist hierbei der Freilauf.
LG
Sandra
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